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Praxistest - so funktioniert die Obstraupe bei Graslängen von 5 - 45cm

SILVER FOX 02 - EIN NEUER MASSSTAB IN DER OBSTERNTETECHNIK

Praxistest - so funktioniert die Obstraupe bei Graslängen von 5 - 45cm

Wie verhält sich die Obstraupe bei verschiedenen Graslängen? Wo liegen die Grenzen und "wie hoch darf das Futter stehen?" - wie man in Niederösterreich so schön sagt. Um das zu eruieren haben wir mit  der Fachhochschule Wels einen Praxistest durchgeführt. Dabei wurden die Auswirkungen von Bodenbeschaffenheit, der Obstart und Graslänge auf die Gründlichkeit der Ernte, die Ernteleistung (Anzahl der Früchte/Zeit) und Auswirkungen auf den Grad an Verschmutzungen und Fruchtverletzungen untersucht. Für die Versuchsreihe wurde das Modell Silver Fox 02 ohne Laubbürste verwendet, um den Grad der Verschmutzung abhängig von der Graslänge zu untersuchen. 

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Hier ist der Bericht vom Praxistest-Team

Stefan Mandl und Franziska Zehetner von dem Studiengang Agrartechnologie & Management

Eine gründliche Planung des Versuches reduziert den Zeitaufwand für die spätere Durchführung und hilft, Fehler zu vermeiden. Unmittelbar nach dem Projektstart und nach Klärung der Versuchsfrage haben wir eine Zeitachse, mit den wichtigsten Meilensteinen erstellt. Wichtige Termine, waren die Zeitpunkte für das Ausmähen. Die Parzellen wurden nicht in erster Linie nach Graslänge gestaltet, sondern nach Aufwuchszeit. Alle 10 Tage wurden die ausgewählten Parzellen gemäht, diese Termine durften nicht verabsäumt oder verschoben werden, ansonsten ist das Ergebnis nicht mehr aussagekräftig.
Der Versuchstag fand am 02.06.2020 auf der Versuchsfläche in Naarn im Machland statt und die Endveranstaltung und somit Präsentation der Ergebnisse wurde auf den 16.06.2020 festgelegt.

Versuchsfrage grafisch dargestellt

Beurteilt und ausgewertet werden:

  • Die Anzahl der aufgenommenen Früchte
  • Fruchtverletzungen (%)
  • Fahrgeschwindigkeit
  • Verschmutzungsgrad

Die in der Mitte definierten Gegebenheiten werden entsprechend  dokumentiert und in der Ergebnisbeschreibung mit aufgenommen. Das Gerät, der Anwender und die Witterung sind bei jeder Parzelle gleich. Unterschiede gibt es bei der Bodenbeschaffenheit, der Obstart und bei der Graslänge.

Die Ergebnisse des Testes stellen den Verschmutzungsgrad (angegeben in gering/mittel/groß/sehr groß), den Fruchtverletzungsanteil in % (ausgehend von der Anzahl der ausgestreuten Früchte), die Anzahl der aufgenommenen Früchte und die Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit der Graslänge und der ausgestreuten Obstart dar. Verschmutzungen oder Verunreinigungen am Boden oder bestimmte Hangverhältnisse wurden bei diesem Test nicht analysiert und bewertet.

Die Auswahl der Versuchsfläche

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Bei der Auswahl einer geeigneten Versuchsfläche haben wir den Fokus in erster Linie auf eine einheitlich flache Fläche gelegt. Der Aufwuchs auf der Fläche soll entsprechend dem Aufwuchs auf einer Streuobstwiese sein, Intensivflächen haben wir somit nicht in Betracht gezogen.

Die im Bild dargestellt Fläche hat die Anforderungen erfüllt, Anfang Mai haben mir mit dem ausstecken der Parzellen und mit dem ersten Mähen gestartet.

Parzellengestaltung

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Die Parzellen wurden entsprechend der rechten grafischen Darstellung gestaltet. Die Parzellen wurdenquadratisch mit je 5x5 Meter ausgemessen. Zwischen den Parzellen wurde jeweils ein Mindestabstand von 0,5 Metern eingehalten, um mit dem Rasenmäher gut durchzukommen. So kann auch eine gute Abgrenzung zwischen den Zellen gewährleistet werden. Durch die unterschiedlichen Aufwuchszeiten zwischen 0 Tage (Mähen am Tag des Versuches) und 30 Tagen, erreichten wir unterschiedliche, aussagekräftige Graslängen. Die gemessenen Graslängen am Versuchstag sind in der Ergebnisbeurteilung aufgelistet. Um eine Gleichheit am Versuchsfeld zu schaffen, wurden die Versuchsparzellen randomisiert ausgewählt. Mögliche Störeffekte und unterschiedliche Grasaufwüchse und Grasstärken können so objektiver beurteilt werden.

 

Versuchstag Obstraupe

drohne_parzellenZiel des Versuchs war das Einsatzgebiet von der Obstraupe zu testen. Dafür wurde ein Versuchsfeld, wie in der oben angeführten Grafik, erstellt. Es wurden je 3 Parzellen mit unterschiedlichen Graslängen angelegt, um feststellen zu können wie stark die Ernte mit der Obstraupe von der Graslänge beeinflusst wird. Die Länge des Grases ergab sich aus der Aufwuchshöhe nach Tagen und nicht nach gezielten Schneiden der Flächen auf gewünschte Längen, um möglichst nahe an die Praxis heranzukommen. Genau 30 Tage vor dem Testtag wurden die Parzellen ausgemessen und auf die gleiche Höhe gemäht.  Der längste Aufwuchs betrug 30 Tage und erreichte durchschnittlich eine Höhe von 45cm. Die kürzeste Graslänge wurde noch am Testtag von einem Rasenmähertraktor gemäht und hatte somit eine Höhe von 4cm. Nach 10 Tagen betrug die Durchschnittshöhe etwa 15cm und nach 20 Tagen entsprach die Länge einer Höhe von ca. 25cm.

Für den Test mit der Obstraupe wurden 3 verschiedene Erntegegenstände herangezogen. Verwendet wurden dabei Äpfel, Marillen und Walnüsse. Lageräpfel: Durchschnittsgröße 7,5 cm, Erntereife Marillen: Durchschnittsgröße von 3,5cm, Walnüsse: Durchschnittsgröße von rund 2,5cm

Wie haben sich die Äpfel beim Versuch geschlagen?

Auf jeder Parzelle wurden genau 50 Stück Äpfel durch Zufallsprinzip von jeweils denselben Personen ausgestreut. Gesteuert wurden die Obstraupen vom Herstellerteam, um eine gleichmäßige Sammelgeschwindigkeit zu erreichen. Start und Ende jedes Aufsammeldurchgangs war immer in einer Ecke der Parzelle, um gleiche Verhältnisse zu erlangen. Sobald alle Äpfel aufgenommen, oder zumindest im Glauben war, wurde die Zeit gestoppt und die Fahrt wurde ausgewertet. Ausgewertet wurde, wieviele Früchte von den 50 ausgebrachten aufgenommen wurden, wie hoch die Verschmutzung von Gras oder Laub war, die Fruchtverletzungen und die Sammelgeschwindigkeit.

graslänge0graslänge mittelgraslänge hoch

graslänge0_verschmutzung verschmutzungmittelverschmutzung hoch

Für die Fruchtverletzung wurde jeder einzelne Apfel überprüft. Als Fruchtverletzung zählte ein Schnitt in die Schale, wodurch ein Saftaustritt hervorgerufen wird, oder eine Zerstückelung des Erntegutes. 

längsschnitt apfel

Wichtig hierbei, eine Druckstelle zählte nicht als Verletzung, weil die genauso vom Ausstreuen oder Herabfallen von einem Obstbaum verursacht werden könnte. Der Prozentanteil wurde erhoben, dieser wurde von der Ausgangssituation mit 50 Äpfel berechnet. Ein verletzter Apfel ergab in unserem Versuch somit 2% Verletzungsgrad.

Die Sammelgeschwindigkeit wurde per Hand mitgestoppt. Den größten Einfluss für die Geschwindigkeit hatte die Graslänge. Bei den Parzellen mit 0 Tagen Aufwuchs konnten sehr rasche Zeiten erzielt werden. Jedoch umso länger das Gras, umso Zeitintensiver war das Aufsammeln der Äpfel. Bei den Parzellen mit 30 Tagen Aufwuchs, was ca. einer Graslänge von 45cm entsprach, wurde teilweise sogar die vierfache Zeit benötigt.

Walnüsse im Test

Im Gegensatz zu den Äpfeln und Marillen wurde bei den Walnüssen keine Stückanzahl ausgebracht, die ausgestreute Menge wurde nach Gewicht definiert. Auf jede Parzelle wurde genau 1kg Walnüsse, was ca. einer Stückanzahl von 150 Walnüssen entsprach, ausgebracht. Der Ablauf vom Einsammeln war derselbe wie bei den Äpfeln, nur dass die Nüsse nicht ausgezählt, sondern nach jedem Durchgang gewogen wurden. Zuerst wurde die aufgesammelte Menge der Obstraupe gewogen, anschließend wurde noch per Hand nachgesammelt was ebenfalls gewogen wurde und der Rest, was nicht mehr gefunden werden konnte, wurde als Schwund festgelegt.

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Wie die Ergebnisse zeigen ist, bei einem kurzen Aufwuchs eine sehr hohe Erfolgsquote zu verbuchen. Je länger das Gras ist, umso niedriger wird die Ausbeute, selbst wenn anschließend noch per Hand nachgesammelt wird.

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Aufgrund der kleineren Größe der Nüsse konnte nur bei einer geringen Grashöhe eine geringe Verschmutzung erzielt werden. Ab einen Aufwuchs von 10 Tagen war die Verschmutzung „mittel“ bis „stark“, doch ab einer Grashöhe von ca. 20cm war der Grad der Verschmutzung immer „sehr hoch“. Eine Beschädigung oder Zerstörung von Nüssen war selten zu finden. Die Walnüsse, welche gespalten wurden, waren als nutzlos für die Weiterverarbeitung einzustufen, denn es war keine Nuss mehr vorhanden, sondern nur mehr die Schale. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die beschädigten Nüsse bereits vor dem Ausstreuen eine Beschädigung hatten, das konnte an den Bruchstellen festgestellt werden.

Marillen

Der Versuch gestaltete sich gleich wie bei den Äpfeln. In jede Parzelle wurden genau 50 Marillen ausgebracht und auf die wesentlichen Faktoren untersucht. Durch die kleinere Größe der Frucht beläuft sich das Ergebnis ähnlich wie der Walnuss. Umso länger das Gras, umso geringer ist die Erfolgsquote, und ab einer Aufwuchshöhe von ca. 45cm werden nur mehr knapp über 50% der Früchte aufgenommen. 

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Marille Verschmutzung bei 0 Tagen - das Foto zeigt den Anteil an mitgesammelten Gras, die Marillen wurden vor dem Foto bereits entfernt.marillev20marillever20

Was sich bereits bei den anderen Versuchen bemerkbar gemacht hat, wurde mit der Marille wieder bestätigt. Je kleiner das aufgenommene Obst und länger die Graslänge, umso höher ist die Verschmutzung, das ist auch in den oben angeführten Bildern erkennbar. Die prozentuelle Verletzungsrate lag zwischen 2% und 10%. Somit wurden von den 50 ausgebrachten Marillen maximal 5 verletzt.

Grafische Darstellung und Gegenüberstellung der Ergebnisse:

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Grafische Darstellung der Ergebnisse - Abhängigkeit zwischen Graslänge und Zeit bei Apfel und Marille.

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Grafische Darstellung der Ergebnisse - Abhängigkeit zwischen Graslänge und aufgenommenen Früchten bei Apfel und Marille.

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Grafische Darstellung der Ergebnisse bei Walnuss - Abhängigkeit zwischen Graslänge und aufgenommenen Früchten.

Fazit

Wie sich aus den Versuchen ergeben hat, kann die Obstraupe in verschiedensten Bereichen erfolgreich eingesetzt werden. Je kleiner die Früchte, umso kürzer/weniger darf die Fläche mit Gras, Laub oder Ästen versehen sein. Bei sauberen Verhältnissen konnten in allen 3 Kategorien Ergebnisse von 100% erreicht werden, mit sehr geringer Verschmutzung und Verletzung. Doch je erschwerter die Voraussetzungen sind, umso schlechtere Ergebnisse werden erzielt. Durch unseren Versuch konnten wir feststellen, dass die Obstraupe mit verschiedensten Verhältnisse sehr gut arbeitet und auf jeden Fall eine Investition Wert ist.

 

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